Deutsche Werkausgabe

Cassian Projekt Münsterschwarzach

Johannes Cassianus (ca. 360-435) übermittelte dem lateinischen Westen die östlich-orientalische Tradition der Mönche Ägyptens und Palästinas. Von Cassiodor (gest. ca. 580) an empfehlen die großen Ordensgründer Cassian als Gewährsmann für ein Mönchsleben in der Nachfolge des hl. Antonius. Nicht nur für Mönche, Theologen oder Historiker, auch für Therapeuten und spirituell Suchende bietet Cassian wesentliche Wegweisung.

Die einzige vollständige deutsche Übersetzung der Werke des Johannes Cassianus erschien in der Bibliothek der Kirchenväter (BKV) 1879 (siehe » Online-Ausgabe). Teile seines Hauptwerkes, die Collationes Patrum (Gespräche mit den Vätern) und De Institutis Coenobiorum (Regeln und Einrichtungen der Könobiten), wurden von verschiedenen Autoren fragmentarisch übersetzt oder interpretiert. Um jedoch ein Gesamtbild der Theologie und Spiritualität Cassians zu vermitteln, muss die Anweisung des hl. Benedikt befolgt werden: Cassian kontinuierlich und im Zusammenhang zu lesen.

Im Rahmen des Cassian-Projekts stellen die Benediktiner-Abtei Münsterschwarzach in Zusammenarbeit mit der Benediktiner-Erzabtei St. Martin Beuron und Gabriele Ziegler sich dieser Herausforderung und legen eine Übersetzung der Collationes vor. Der erste Band (Collationes I-X) ist im Vier-Türme-Verlag, dem Verlag der Mönche von Münsterschwarzach, bereits erschienen (siehe » Online-Präsentation). Zur Vorbereitung dieser Edition liegt außerdem bereits eine Hinführung zu Werk und Spiritualität des Johannes Cassianus vor.

Gabriele Ziegler ist Patrologin (römische Promotion) mit den Schwerpunkten Alte Sprachen, Spätantike und Frühmittelalter, Spiritualität der Alten Kirche im Dialog mit der Psychoanalyse der Gegenwart. Sie studierte in Hamburg, Jerusalem/Tel Aviv, Zürich (Psychoanalyse bei Aniela Jaffé) und Tübingen. Sie erwarb ein Zertifikat der Baden-Württembergischen Wirtschaft in Projektmanagement und leitete bis 2002 das Ensemble für Mittelalterliche Musik an der Domsingschule in Rottenburg am Neckar.

Quelle: www.cassian-projekt.de