"Tröstet, tröstet mein Volk!" (Jes 40,1)

An die geneigte Leserschaft dieser Seiten

Da nicht auszuschließen ist, dass die eine oder der andere in diesen außergewöhnlichen Tagen, in denen die Welt vom Corona-Virus betroffen ist, auf der Suche nach geistlicher Erbauung wie Trost sich auch auf diese Seiten verirrt, stehen sie gewissermaßen in der seelsorglichen Pflicht, genau beides nun in ganz kleinem Rahmen anzubieten und somit jenen unausgesprochenen Erwartungen entgegenzukommen im Sinne des göttlichen Auftrags: „Tröstet, tröstet mein Volk!“ (Jes 40,1)

In ihrer Kürze sollen die folgenden Schriftstellen samt einigen meditativen Gedanken ein Echo dessen sein, woraus wir als Christen Hoffnung schöpfen können, da uns die Sakramente gerade nicht oder kaum zur Verfügung stehen: aus dem Wort Gottes.

Diese Sammlung tröstlicher Schriftworte soll kontinuierlich fortgesetzt werden.

„Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt … zum Zeichen des ewigen Bundes zwischen mir und euch“ (vgl. Gen 9,8-17

„Der HERR ist … ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig und reich an Huld und Treue“ (Ex 34,6)

„Sooft ich ihm auch Vorwürfe mache, … ich muss mich seiner erbarmen“ (Jer 31,20)

GOTT hat „kein Gefallen am Tod des Schuldigen, sondern dass er umkehrt und lebt“ (Ez 33,11)

„Fürchte Dich nicht!“ (Lk 1,30)

Dies sagte Gott durch den Engel Gabriel zu Maria. Auf dieses Wort gründete sie ihre gesamte Hoffnung, die die entscheidende Wendung in der Heilsgeschichte ermöglichte. Denn sie antwortete mit ihrem Fiat: „So soll es geschehen!“ ( vgl. Lk 1,38).

Doch ist das Wort Gottes insgesamt ein einziges Fürchte-Dich-nicht an uns, da diese Zusage die ganze Bibel durchzieht wie ein roter Faden.

„Fürchtet euch nicht!“ (20 mal):
Dtn / 5 Mo 1,29 Ich erwiderte: »Lasst euch doch keine Angst einjagen! Fürchtet euch nicht vor ihnen!
Dtn / 5 Mo 7,18 Fürchtet euch nicht vor ihnen! Erinnert euch nur daran, was der HERR, euer Gott, mit dem Pharao und den Ägyptern gemacht hat!
Dtn / 5 Mo 20,1 Wenn ihr in den Krieg zieht und seht, dass eure Feinde zahlreicher sind als ihr und sogar Reiter und Streitwagen besitzen, dann fürchtet euch nicht vor ihnen! Der HERR, euer Gott, der euch aus Ägypten befreit hat, steht euch bei!
Dtn / 5 Mo 20,3 Er soll ihnen sagen: »Hört, ihr Israeliten! Ihr werdet heute gegen eure Feinde kämpfen. Habt keine Angst! Fürchtet euch nicht! Weicht nicht vor ihnen zurück und lasst euch nicht einschüchtern!
2 Chr 20,15 Jahasiël rief: »Hört, ihr Leute von Juda, ihr Einwohner Jerusalems und du, König Joschafat! So spricht der HERR: ›Habt keine Angst! Fürchtet euch nicht vor diesem großen Heer! Ich werde gegen sie kämpfen, nicht ihr!
Jes 10,24 Darum sagt der HERR, der allmächtige Gott: »Mein Volk auf dem Berg Zion, fürchtet euch nicht vor den Assyrern, auch wenn sie euch so hart unterdrücken, wie es damals die Ägypter mit euren Vorfahren getan haben.
Jer 10,5 Und dann steht sie da, die Götterfigur, wie eine Vogelscheuche im Gurkenfeld! Sie kann weder reden noch gehen, sie muss getragen werden. Fürchtet euch nicht vor diesen Göttern! Sie können euch nichts Böses tun, und noch weniger können sie euch helfen.«
Jer 30,10 Fürchtet euch nicht, ihr Nachkommen von Jakob, meine Diener! Hab keine Angst, Volk Israel! Denn ich, der HERR, verspreche euch: Aus einem fernen Land werde ich euch zurückholen. Ja, ich befreie eure Nachkommen aus dem Land, in dem sie Gefangene sind. Dann werdet ihr in Frieden und Sicherheit leben, niemand bedroht euch mehr.
Jer 46,27 Fürchtet euch nicht, ihr Nachkommen von Jakob, meine Diener! Hab keine Angst, Volk Israel! Denn ich werde euch aus einem fernen Land zurückholen. Ja, ich befreie eure Nachkommen aus dem Land, in dem sie Gefangene sind. Dann werdet ihr in Frieden und Sicherheit leben, niemand bedroht euch mehr.
Jer 46,28 Fürchtet euch nicht, ihr Nachkommen von Jakob, meine Diener! Denn ich, der HERR, bin bei euch, um euch zu helfen! Die Völker, in deren Länder ich euch vertrieben habe, lasse ich vom Erdboden verschwinden, doch euch lösche ich nicht aus. Zwar werde ich auch euch bestrafen, wie ihr es verdient habt, aber ich gehe nicht zu hart mit euch ins Gericht.«
Mt 10,26 »Fürchtet euch nicht vor denen, die euch bedrohen! Denn nichts bleibt für immer verborgen, sondern eines Tages kommt die Wahrheit ans Licht, und dann werden alle Geheimnisse enthüllt.
Mt 14,27 Aber Jesus sprach sie sofort an: »Habt keine Angst! Ich bin es doch, fürchtet euch nicht
Mt 17,7 Aber Jesus kam zu ihnen, berührte sie und sagte: »Steht auf! Fürchtet euch nicht
Mt 28,5 Der Engel wandte sich an die Frauen: »Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht.
Mt 28,10 Jesus beruhigte sie: »Fürchtet euch nicht! Geht, sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa kommen! Dort werden sie mich sehen.«
Mk 6,50 Bei seinem Anblick waren sie zu Tode erschrocken. Aber Jesus sprach sie sofort an: »Habt keine Angst! Ich bin es doch, fürchtet euch nicht
Lk 2,10 aber der Engel sagte: »Fürchtet euch nicht! Ich verkünde euch eine Botschaft, die das ganze Volk mit großer Freude erfüllen wird:
Lk 12,5 Ich will euch sagen, wen ihr wirklich fürchten sollt: Fürchtet Gott, der euch nicht nur töten kann, sondern auch die Macht hat, euch danach in die Hölle zu werfen. Ja, fürchtet ihn allein!
Joh 12,15 »Fürchtet euch nicht, ihr Menschen auf dem Berg Zion! Euer König kommt! Er reitet auf einem Eselfohlen.«
1 Petr 3,14 Doch selbst wenn ihr leiden müsst, weil ihr nach Gottes Willen lebt, könnt ihr euch glücklich schätzen. Darum fürchtet euch nicht vor dem Leid, das euch die Menschen zufügen, und lasst euch von ihnen nicht einschüchtern.

„Fürchte dich nicht!“ (11 mal):
1 Chr 22,13 Wenn du so lebst, wie es dem HERRN gefällt, und dich nach den Geboten richtest, die er Israel durch Mose gegeben hat, dann wird dir alles gelingen. Darum sei stark und entschlossen! Lass dich durch nichts entmutigen und fürchte dich nicht!
Jes 41,10 Fürchte dich nicht, denn ich stehe dir bei; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich mache dich stark, ich helfe dir, mit meiner siegreichen Hand beschütze ich dich!
Jer 1,8 Fürchte dich nicht vor ihnen, ich bin bei dir und werde dich beschützen. Darauf gebe ich, der HERR, mein Wort.«
Jer 1,17 Du aber mach dich bereit, geh zu ihnen und verkünde ihnen alles, was ich dir auftrage! Fürchte dich nicht vor ihnen, sonst sorge ich dafür, dass sie dich das Fürchten lehren.
Kla 3,57 Als ich rief, kamst du mir ganz nahe und sprachst: »Fürchte dich nicht
Hes 2,6 Du aber, Mensch, fürchte dich nicht vor ihnen, hab keine Angst vor ihrem Spott! Ihre Worte verletzen dich wie Disteln und Dornen – ja, du lebst mitten unter Skorpionen. Trotzdem brauchst du dich nicht von ihnen und ihrem Gerede einschüchtern zu lassen! Sie sind eben ein gottloses Volk.
Lk 1,13 Doch der Engel sagte zu ihm: »Fürchte dich nicht, Zacharias! Gott hat dein Gebet erhört. Deine Frau Elisabeth wird bald einen Sohn bekommen, den sollst du Johannes nennen!
Lk 5,10 auch Jakobus und Johannes, die Söhne von Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten. Aber Jesus sagte zu Simon: »Fürchte dich nicht! Du wirst von nun an keine Fische mehr fangen, sondern Menschen für mich gewinnen.«
Apg 27,24 Er sagte: ›Fürchte dich nicht, Paulus. Du wirst vor den Kaiser gebracht werden, so hat Gott es bestimmt, und auch alle anderen auf dem Schiff wird Gott deinetwegen am Leben lassen.‹
Offb 1,17 Als ich das sah, fiel ich wie tot vor seinen Füßen nieder. Aber er legte seine rechte Hand auf mich und sagte: »Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte,
Offb 2,10 Fürchte dich nicht vor dem, was dir noch bevorsteht. Der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis bringen, um euch auf die Probe zu stellen. Zehn Tage lang werdet ihr leiden müssen. Bleib mir treu, auch wenn es dich das Leben kostet. Dann werde ich dir als Siegespreis das ewige Leben geben.

„Diese Krankheit ist nicht zum Tode“ (Joh 11,4)

Christus als rezeptschreibender Medicus

Wie an anderer Stelle in diesem Blog ausgeführt wurde, ist Jesus Christus der Arzt für Leib und Seele, der Christus medicus. Während seines irdischen Lebens hat er – so glaubt es die Kirche – alle Heil- und Gnadenmittel eingesetzt, die wir Menschen brauchen, um heil zu werden.

Aber woran krankt denn der christliche Mensch normalerweise, dass er geheilt werden muss? Vor allem fehlt ihm doch eines („eines fehlt dir noch“, vgl. Mk 10,21), nämlich Gott.

„Einen Arzt gibt es, Jesus Christus, unseren Herrn.“ 

Ignatius von Antiochien (+ 117)

Zur Heilung der Gottesentfernung oder Gottnot – die unbehandelt eine „Krankheit zum Tode“ ist, insofern sie von geistlicher Appetitlosigkeit (Akedia) und diakonaler Gefühllosigkeit über devotionale Lähmung und Hoffnungslosigkeit unmittelbar in den Tod Gottes (hier als Genitivus obiectivus: dem Menschen stirbt Gott) übergeht – hilft unter normalen Umständen allein eine regelmäßig Gabe Sakrament.

Je schmerzlicher wir diese sakramentale Dosis im Moment des Corona-Viruses vermissen, desto mehr können wir diese Zeit vielleicht nutzen, um uns Gott durch Gebet, Lesung und Fasten zuzuwenden und dadurch Heilung an dem zu erfahren, was uns im Glauben noch fehlt!

„Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht.“ (Joh 14,27)

Panik verengt den Blick, weil sie das Gehirn nicht mehr vernünftig arbeiten lässt. Statt zu einem umfassenden Weitblick führt dies zum Tunnelblick.
Wir sollten also versuchen, ruhig zu bleiben oder uns, wenn möglich, zu beruhigen.
Erst dann ist es auch möglich, über unser eigenes instinktives Fluchverhalten hinaus den Andern wieder in den Blick zu nehmen. Er ist und bleibt Christus, gerade in der Not: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40).

Wir können uns angesichts des Gekreuzigten nicht resignativ aus dem Schatten des Kreuzes stehlen. Unser Gott ist ein Gott der Lebenden, denn durch seinen Tod hat er den Tod bezwungen.
Am Holz der Kreuzes sprießt die Erlösung zum wahren Leben, obgleich dies nur mit den Augen des Glaubens erkennbar und in den Augen der Welt eine Torheit ist.

Das Weizenkorn muss aber sterben, um reiche Frucht zu bringen (vgl. Joh 12,24), und vom Kreuz her zieht Christus alle an sich (vgl. Joh 12,32). Daher kann unser Herz sich beruhigen: Denn alles wird gut, weil es in Christus gut ist.

„Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!“ (Phil 4,6)

Phil 4,7: „Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in Christus Jesus bewahren. 8 Im Übrigen, Brüder und Schwestern: Was immer wahrhaft, edel, recht, was lauter, liebenswert, ansprechend ist, was Tugend heißt und lobenswert ist, darauf seid bedacht!“

„Gott, unser Retter, … will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ (1 Tim 2,3f.)

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