Drei Waffen des Gebetes

Im besonderen Anliegen für eine bedrängte Seele

Sub tuum praesidium

Griechisch:
Ὑπὸ τὴν σὴν εὐσπλαγχνίαν,
καταφεύγομεν, Θεοτόκε.
Τὰς ἡμῶν ἱκεσίας, μὴ παρίδῃς ἐν περιστάσει,
ἀλλ᾽ ἐκ κινδύνων λύτρωσαι ἡμᾶς,
μόνη Ἁγνή, μόνη εὐλογημένη.

Kirchenslawisch:
Подъ твою милость,
прибѣгаемъ богородице дѣво,
молитвъ нашихъ не презри в скорбѣхъ.
но ѿ бѣдъ избави насъ,
едина чистаѧ и благословеннаѧ.

Lateinisch:
Sub tuum praesidium confugimus,
Sancta Dei Genetrix.
Nostras deprecationes ne despicias
in necessitatibus nostris,
sed a periculis cunctis
libera nos semper,
Virgo gloriosa et benedicta.
Amen.

Deutsch:
Unter deinen Schutz und Schirm
fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin.
Verschmähe nicht unser Gebet
in unseren Nöten,
sondern von allen Gefahren
erlöse uns jederzeit,
o du glorreiche und gebenedeite Jungfrau.

Anmerkung: „Es ist das älteste bekannte Mariengebet, das auf einem ägyptischen Papyrus aus dem 3. Jhd. n. Chr. gefunden wurde.“ (Kathepedia):

„The earliest text of this hymn was found in a Coptic Orthodox Christmas liturgy. The papyrus records the hymn in Greek, dated to the 3rd century by papyrologist E. Lobel and by scholar C.H. Roberts to the 4th century.[1][2][3][4] According to scholar Serafim Seppälä „there are no determinate theological or philological reasons to reject the 3rd century dating.“[5]
The hymn is used in the Coptic liturgy to this day, as well as in the Armenian, Byzantine, Ambrosian, and Roman Rite liturgies. It was part of Sulpician custom that all classes ended with a recitation of this prayer.[6] Besides the Greek text, ancient versions can be found in Coptic, Syriac, Armenian and Latin.[7]
Henri de Villiers finds in the term „blessed“ a reference to the salutation by Elizabeth in Luke 1:42.[7] „Praesidium“ is translated as „an assistance given in time of war by fresh troops in a strong manner.“[8]
The former medieval and post-medieval practice in several dioceses, especially in France, was to use the Sub tuum as the final antiphon at Compline instead of the Salve Regina[7] and in the Rite of Braga where it is sung at the end of Mass.“
(Wikipedia)

Papst Franziskus forderte im Oktober 2018 vor 25.000 Gläubigen auf dem Petersplatz die gesamte Kirche auf, zusätzlich zum Rosenkranz die Schlussbitten an Maria (Sub tuum praesidium) und an den Erzengel Michael (Sancte Michael Archangele, s. u.) zu beten, „um die Angriffe zurückzuschlagen, mit denen der Teufel die Kirche spalten will“. (katholisch.de)

Gebet zum Erzengel Michael

Lateinisch:
Sancte Míchael Archángele,
defénde nos in próelio;
contra nequítiam et insídias diáboli
esto praesídium.

Imperet illi Deus, súpplices deprecámur,
tuque, Prínceps milítiae caeléstis,
Sátanam aliósque spíritus malígnos,
qui ad perditiónem animárum pervagántur in mundo,
divína virtúte, in inférnum detrúde.

Deutsch:
Heiliger Erzengel Michael,
verteidige uns im Kampfe!
Gegen die Bosheit und Nachstellungen des Teufels
sei Du unser Schutz.

„Gott gebiete ihm!“, so bitten wir flehentlich.
Du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen,
stürze den Satan und die anderen bösen Geister,
die in der Welt umherschleichen,
um die Seelen zu verderben,
durch die Kraft Gottes hinab in die Hölle.
Amen. Halleluja.

Heiligstes Herz Jesu, erbarme dich unser.
Unbeflecktes Herz Mariens, bitte für uns.

Anmerkung zu diesem wirkungsvollen Gebetes:
Es kursiert folgende Legende, die Papst Leo XIII. die Entstehung des Gebetes zuschreibt, von dem er anordnete, dass es überall nach der Stillen Messe zu beten sei. Dies wurde bis zum II. Vatikanischen Konzil treu befolgt. 

„Eines Tages, nach dem Feiern der Heiligen Messe, fand man Papst Leo XIII. regungslos vor sich hinstarrend vor. Einen Augenblick später war er plötzlich wieder präsent und sperrte sich schnell in seinem privaten Büro ein. Eine halbe Stunde später, als seine Zuarbeiter schon an die Tür klopften um zu fragen, ob alles in Ordnung sei, kam er heraus mit dem fertigen Gebet. Seit diesem Tag war er dafür bekannt, es regelmäßig zu beten.

Was hatte der Papst gesehen, das ihn dazu bewegte, dieses Gebet zu verfassen? Einer Erzählung zufolge hatte er eine Vision von dämonischen Kräften, die Rom umzingelten. Einer anderen zufolge hörte Leo ein Gespräch zwischen Gott und Satan, in dem Gott dem Teufel erlaubte, ein Jahrhundert zu wählen, in dem er sein Schlimmstes tun durfte. Welches Jahrhundert der Widersacher wählte? Das zwanzigste.

Seit den 1930er Jahren haben Artikel in verschiedenen katholischen Publikationen solche Geschichten erzählt. Ob irgendetwas an ihnen wahr ist, kann heute nicht mehr festgestellt werden. Sie entstanden frühestens 45 Jahre später als das Gebet. Ein Artikel aus den 1950er Jahren gibt zwar den persönlichen Sekretär des Papstes als Quelle an; aber es ist unklar, ob dies zutrifft – es gibt keine Quellen aus den 1880er Jahren, die dies bestätigen würden.“ (CNA)

Das Memorare des Hl. Bernhard

Lateinisch:
Memorare, o piissima Virgo Maria,
non esse auditum a saeculo,
quemquam ad tua currentem praesidia,
tua implorantem auxilia,
tua petentem suffragia, esse derelictum.

Ego tali animatus confidentia,
ad te, Virgo Virginum, Mater,
curro; ad te venio; coram te gemens
peccator assisto.

Noli, Mater Verbi,
verba mea despicere,
sed audi propitia et exaudi.
Amen.

Deutsch:
Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria,
es ist noch nie gehört worden,
dass jemand, der zu Dir seine Zuflucht nahm,
Deinen Beistand anrief
und um Deine Fürbitte flehte,
von Dir verlassen worden ist.

Von diesem Vertrauen beseelt,
nehme ich meine Zuflucht zu Dir,
o Jungfrau der Jungfrauen, meine Mutter,
zu Dir komme ich, vor Dir stehe ich
als ein sündiger Mensch.

O Mutter des ewigen Wortes,
verschmähe nicht meine Worte,
sondern höre sie gnädig an
und erhöre mich.
Amen.

Anmerkungen: „Nach dem lateinischen Anfangswort Memorare (Gedenke) wird ein Gebet zitiert, das zu den Grundgebeten der römisch-katholischen Kirche gehört und gelegentlich in Andachten gebetet wird. In der eucharistischenLiturgie vor dem 2. Vatikanischen Konzil wurde es auch als Communio gesungen.
Das Memorare ist aus dem heutigen gottesdienstlichen Gebrauch weitgehend verschwunden. Johannes Paul II. hat es in seiner Predigt bei der hl. Messe am 25. März 2000 in der Verkündigungsbasilika in Nazaret auf seiner 91. Auslandsreise zitiert […]
Seine Herkunft ist nicht ganz klar. Oft wird es fälschlich Bernhard von Clairvaux zugeschrieben. Diese Zuschreibung beruht, obwohl wenige Verse der Dichtung auf Gedanken des Heiligen Bernhard anspielen, auf einer Namensverwechslung mit dem französischen Volksmissionar Claude Bernard (1588–1641), der das Gebet auf Gebetszettel gedruckt verbreitete. […]
Obwohl Bernard unbestreitbar als sein Wegbereiter zu gelten hat, wurde das Memorare schon von Franz von Sales verwendet. Das Gebet findet sich bereits in älteren Handschriften aus dem 15. Jahrhundert als Teil des sehr langen Marienhymnus „Ad sanctitatis tuae pedes, dulcissima Virgo Maria“. Dieser ist im Hortulus Animae (15. Jh.), dem Antidotarius Animae des heilkundigen ZisterzienserabtesNicolaus Salicetus[3] († um 1493[4]) und dem Precationum piarum Enchiridon des Simon Verepaeus (1570) nachgewiesen. Wann das Memorare als eigenständiges Gebet ausgegliedert wurde, ist nicht klar belegt.“ (Wikipedia)

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